VON MARIE AMRHEIN am 8. November 2015

Kolumne: Stadt, Land, Flucht: Mutter sein und gleichzeitig arbeiten - mehrere Studien stellen fest, das sei gut für Kinder. Aber ist das auch gut für die Mütter? Solange Geschlechter-gerechtigkeit nur Theorie ist, hat Frau die doppelte Arbeit

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Marie Amrhein ist freie Journalistin und lebt mit Töchtern und Mann in der Lüneburger Heide.

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Ein Jahr Mutter und Selbstständigkeit sind vorbei. Ich bin geschafft. In wenigen Wochen beginnt die Eingewöhnung in der Kita und das große Endlich überstrahlt mit heller Kraft das kleine Ach im versteckten Teil meines Herzens. Ein Jahr des symbiotischen Daseins mit diesem neuen Weltwesen, des gemeinsamen Einschlafens und Aufwachens, des Stillens, Tröstens und Wickelns, der vielen hart erkämpften ersten Male: Lächeln, Brei, Brabbeln, Krabbeln, Zähne, Schritte. Während der Schlafbedarf des Babys von den zu Beginn noch zahlreichen erholenden Pausen bis hin zu einem viel zu kurzen Mittagsschlaf zusammenschmolz, lief das Leben weiter: Haushalt, Geschwister, Job, der Bauer auf dem Hof. Alles unter einem Hut. Das „Irgendwie muss es gehen“ als Überlebensformel. Denn Selbstständigkeit kennt keine Auszeit.

Berufstätige Mütter sind gut für Kinder. Das sagt sogar die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung, die gerade mehrere deutsche und internationale Studien ausgewertet hat und konstatiert: Kinder, deren Mütter arbeiten, glänzen durch gleichwertige oder sogar bessere schulische Leistungen als jene, deren Mamis zu Hause sind und sich täglich um die Hausaufgaben der Brut kümmern. Kein Vorbild wirkt motivierender als das der fleißig arbeitenden Eltern. Aber ist Berufstätigkeit auch gut für die Mutter? Ich hatte zwischenzeitlich nicht den Eindruck.

Doppelte Belastung durch Arbeit und Familie

Nicht wenn der Tag damit begann, angeschrien zu werden, weil Zähne wuchsen, die Apfelschorle zum Frühstück fehlte oder die Müslischüssel die falsche Farbe hatte. Kinderbedürfnisse, die mit Verve vermittelt werden, drängen gleich einer Naturgewalt alles andere in den Hintergrund. Hunger, Durst, Kälte, Müdigkeit und Harndrang – um nur ein paar der Begehren zu nennen, die wir Kinderbetreuer hintan stellen, wenn die Kleinen jaulend am Hosenbein hängen. Zerspringen aber wollte ich, wenn dann noch die Arbeit auf dem Schreibtisch wartete. Die Zahlen der Krankenkassen, die Mütter wegen der doppelten Belastung durch Arbeit und Familie registrieren, sprechen eine überdeutliche Sprache: Acht von zehn Frauen leiden an Überforderung, Leiden wie Burnout sind in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent angestiegen.

Und nun treten auch noch die Soziologinnen Cornelia Koppetsch und Sarah Speck in den Ring und verwedeln mit ihrer neuesten Veröffentlichung das letzte Luftschloss, in das wir vermeintlich modernen Mütter uns geflüchtet hatten: All die Geschichten von den gerecht aufgeteilten Haushalts- und Erziehungsaufgaben hielten einer genauen Überprüfung nicht stand; in Sachen Geschlechtergerechtigkeit habe sich kaum etwas geändert in den vergangenen 60 Jahren.

Koppetsch und Speck fragten in qualitativen Befragungen gezielt bei Paaren nach, bei denen nicht der Mann, sondern die Frau die Ernährerrolle übernommen hat – meist gezwungenermaßen. Die traurige Bilanz der Wissenschaftlerinnen: Selbst bei Pärchen, die von sich dachten, sie hätten den Spieß tatsächlich umgedreht, übernahm der Mann nur ein Drittel, die Frau etwa zwei Drittel der Erziehungsarbeit. Koppetsch und Speck sprechen in ihrer Studie „Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist“ von der „Gleichheitsillusion“.

Emanzipation heißt doppelte Arbeit

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Seit meinem Umzug von Berlin aufs niedersächsische Plattland wundere ich mich über die konservative Aufgabenverteilung meiner hiesigen Paarbekanntschaften. Ich ermuntere neue Freundinnen dazu, früher wieder in den Job einzusteigen, rege an, Arztpraxen oder Kinderkrippen zu eröffnen und denke dann, ich tue ihnen etwas Gutes. Denn so muss es doch sein, wir Mütter sollten doch schnell wieder hinein in den Arbeitsbetrieb. Stichwort Selbstverwirklichung, Emanzipation, Gleichberechtigung, Altersarmut.

Oder? Oder treffen die Hausfrauen hier die richtige Entscheidung, wenn sie sich die Rückkehr ins Arbeitsleben noch nicht zutrauen? Vielleicht schützen sie sich und das zu Recht. Denn offensichtlich sind die Weichen noch lange nicht darauf ausgerichtet, dass Frauen Familie und Job unter einen Hut bringen können, ohne ihr Selbst dabei zu gefährden. Allerdings ist das ziemlich schlimm für eine Gesellschaft, die sich für fortschrittlich hält.

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Eleonore Hillebrand | Mi, 16. Mai 2018 - 12:20

Warum die hausfrau vielleicht doch recht hat

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Ich habe mich 1962 für die Familie entschieden und meinen Beruf als Rechtspflegerin aufgegeben. Der Vater meiner Kinder wurde so Alleinverdiener und -versorger. Glücklicherweise ist die Beziehung intakt geblieben bis zu seinem Tod und ich bekommen eine Witwenpension.
Ich habe mein Leben lang und auch heute noch ehrenamtlich gearbeitet.
Mein Unverständnis gilt dem betonartigen Unverständnis von Wirtschaft und Staat, es bis heute nicht geschafft zu haben, Mütter, die für den menschlichen Bestand einer Gesellschaft und damit für Arbeitskräfte sorgen, in den Arbeitsprozess dauerhaft mit Vollzeitstelle durch Veränderung der Arbeitszeiten einzubeziehen und gleichzeitig die Kinder nicht von den Müttern zu trennen. Die Bereitschaft der Väter mitzuziehen, hält sich nach wie vor in Grenzen.